(1) Der Motorfahrzeugverkehr ist im Landschaftsschutzgebiet und auf der Zufahrtsstraße zur Seiser Alm vom Kontrollpunkt in der Örtlichkeit St. Valentin bis zur Grenze des Schutzgebietes untersagt, unbeschadet der folgenden Bestimmungen.

a) Frei verkehren dürfen Fahrzeuge im öffentlichen Dienst bzw. mit einem öffentlichen Dienst betraute Personen bei Diensteinsätzen im Schutzgebiet wie öffentliche Sicherheitsorgane, Rettungsorganisationen, Arzt, Aufsichtsbehörden, Forstpersonal, Jagd- und Fischereiaufseher, Verwalter und Angestellte öffentlicher Körperschaften

b) Frei verkehren dürfen Personen, welche ihren Wohnsitz im Landschaftsschutzgebiet haben. Mieter von Wohngebäuden (Kochhütten ausgenommen), welche einen registrierten Mietvertrag vorweisen, sind Personen mit Wohnsitz für die Dauer des Mietvertrages gleichgestellt.

c) Beschränkt auf den Zeitraum vom 01.05. -31.10., und zwar jeweils vor 0.00 Uhr und nach 17.00 Uhr dürfen selbstbearbeitende Eigentümer von Liegenschaften im Landschaftsschutzgebiet verkehren. Ohne zeitliche Einschränkung dürfen selbstbearbeitende Eigentümer von Liegenschaften und deren Mitarbeiter bei Erfordernissen der land- und fortwirtschaftlichen Tätigkeit verkehren. Pächter von landwirtschaftlichen Flächen sind selbstbearbeitenden Liegenschaftseigentümern gleichgestellt.

d) Frei verkehren dürfen Inhaber von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben, welchen ihre Betriebsstätte oder eine Zweigstelle im Landschaftsschutzgebiet führen, für den erforderlichen Zeitraum der Ausübung ihres Gewerbes. Das Personal der genannten Betriebe darf jederzeit bei Diensterfordernis, sowie beschränkt auf An- und Abfahrt vom Betrieb im Landschaftsschutzgebiet verkehren. Die Ermächtigung wird in diesem Fall auf den Arbeitgeber ausgestellt.

e) Gewerbetreibenden und Vertretern von Betrieben außerhalb des Landschaftsschutzgebietes, welche Dienstleistungen für Kunden im Schutzgebiet erbringen, ist die Zufahrt zu den Kunden an Werktagen vor 10.00 Uhr und nach 17.00 Uhr gestattet. Das Verlassen des Schutzgebietes ist jederzeit möglich. In begründeten Ausnahmefällen kann die Zufahrt auch an Sonn- und Feiertagen gestattet werden.

f) Den Gästen von Beherbergungsbetrieben, Zimmervermietern und Urlaub auf dem Bauernhof, welche mindestens eine Übernachtung in Anspruch nehmen ist die Zufahrt zum Betrieb am Anreisetag ohne zeitliche Einschränkung, während des Aufenthalts vor 9.00 Uhr und nach 17.00 Uhr, gestattet. Das Verlassen des Schutzgebietes ist jederzeit möglich. Gästen der zwischen der Kontrollstelle St. Valentin und Compatsch gelegenen Betriebe ist die Zufahrt bis Compatsch jederzeit gestattet. Zubringerfahrten von Gästen mit Übernachtung und Waren zum und ab dem Beherbergungsbetrieb durch den Betriebsinhaber sind jederzeit erlaubt, auch mittels gekennzeichneter Raupenfahrzeuge.

g) Personen mit Gehbehinderung ist der Verkehr auf auf den Straßenabschnitten Compatsch – Saltria – Tirler, Piz (Hotel Sonne) und Joch bis Panorama unter Nachweis einer amtlichen bzw. ärztlichen Bescheinigung, auch im Sinne der St.VO., jederzeit gestattet.

h) Inhaber von akkreditierten Taxi- und Mietwagenlizenzen dürfen in Ausübung ihrer Tätigkeit die Strasse vom Kontrollpunkt St. Valentin nach Compatsch, sowie den Abschnitt Compatsch-Saltria-Tirler jederzeit frei befahren. Vor 10.00 Uhr und nach 16.00 Uhr dürfen sie auch auf den Straßenabschnitten Compatsch-Joch Goldknopf; Tirler-Zallinger, Saltria-Jender; Hotel Sonne-Bergstation Mont Seuc; Monte Piz-Pufels verkehren. Zubringerdienste für die Ankunft und Abreise von Gästen von Beherbergungsbetrieben im Landschaftsschutzgebiet sind bei bestätigter Buchung ohne zeitliche Einschränkung gestattet.

i) Kraftfahrzeuge ohne Ermächtigung dürfen im Winter vor 09.00 und nach 17.00 Uhr, im Sommer vor 9.00 und nach 18.00 Uhr den Abschnitt St. Valentin – Compatsch befahren. Das Verlassen des Schutzgebietes ist jederzeit gestattet.

j) Der BM kann in Absprache mit der Forstbehörde für besondere Freizeitbeschäftigungen und Tätigkeiten von Jahr zu Jahr bzw. auch fallweise zeitlich beschränkte, auch gebührenpflichtige Genehmigungen erlassen (z.B. für Vieheigentümer von Vieh auf öffentlichen Weiden, Sportgruppen, Skitourengeher, Mondscheinrodler, Paraglider, Imker, Jäger, Filmteams).

(2) Die Ausstellung der Genehmigungen erfolgt durch den gebietsmäßig zuständigen Bürgermeister und die Forstbehörde (letztere beschränkt auf 5 c), 6, 7 und 10). Die Gültigkeit der Fahrermächtigung erlischt automatisch, wenn die unter Absatz (1), Buchstabe a - j vorgesehenen objektiven oder subjektiven Voraussetzungen für den Inhaber nicht mehr gegeben sind.

(3) Die Fahrzeuge der Kategorien 1- 4 unterliegen der Kennzeichnungspflicht, ebenso jene der Inhaber einer Sondergenehmigung nach Punkt 9. Keiner Kennzeichnungspflicht unterliegen landwirtschaftliche Fahrzeuge. Unvollständige und ungültige Erkennungszeichen können vom Aufsichtspersonal eingezogen werden. Bei missbräuchlicher Verwendung der Fahrermächtigung wird diese vom Aufsichtspersonal eingezogen.

(4) Für Fahrten innerhalb des Schutzgebietes ist der kürzeste Anfahrts- bzw. Abfahrtsweg zu wählen. Das zeitweilige Anhalten auf den ausgewiesenen Parkplätzen ist gestattet.

(5) Zwischen Compatsch und Saltria und beschränkt auf die Wintermonate zwischen Saltria und Monte Pana kann ein Personenbeförderungsdienst im Sinne von Art. 2 Abs. 3 des Landesgesetzes vom 02.12.1985 Nr. 16 eingerichtet werden.

(6) Der Fahrradverkehr ist im Landschaftsschutzgebiet ausschließlich auf Landes und Gemeindestrassen, Forst- und Güterwegen erlaubt; untersagt ist das Befahren von Wanderwegen und Steigen.

(7) Im Landschaftsschutzgebiet dürfen die Fahrzeuge die Geschwindigkeit von 40 km/h nicht überschreiten.

Aktualisiert (Montag, den 12. Dezember 2011 um 21:26 Uhr)