Erklärtes Ziel des neuen Bürgermeisters bei der der Bestellung des Ausschusses war es, den Wählerwillen möglichst getreu zu respektieren. Zu seinen Wunschkandidaten für den Ausschuss zählte auch Adolf Hofer, welcher gute Vorzugsstimmen erhalten hatte. Laut Satzungen der Gemeinde müssen die Vertreter im Ausschuss das Verhältnis der Sprachgruppen im Gemeinderat widerspiegeln. Nun stellte sich heraus, dass Adolf Hofer sich der ladinischen Sprachgruppe zugehörig erklärt hat. Damit sind im Gemeinderat vier Ladiner vertreten, was einem Referenten enspricht (7:20 = 1,4). Da Ambros Hofer bei den Ladinern als Fixstarter galt, blieb Adolf Hofer außen vor. Ein eiligst eingeholtes Gutachten der Provinz bestätigte diese Auslegung: auch für die Bestellung des Gemeindeausschuss gelten die Regeln von Proporzistan, Wählerwille hin oder her. Karl Schieder rückte daher unverhofft in den Gemeindeausschuss, obwohl dies auch nicht ganz dem Wählerwillen entspricht: Gregor Gross hatte mehr Vorzugsstimmen erhalten. Der Vorschlag der Freien Liste, eine zweite Frau in den Ausschuss aufzunehmen, da diese ja mit 5 Personen im Gemeinderat vertreten sind (7:25 = 1,75) wurde abgelehnt. Somit entspricht die Geschlechterbesetzung im Gemeindeausschuss auch nicht ganz dem Wählerwillen. Wie man sieht, der Wählerwille ist ein biegsames Argument, nur der Proporz ist eine heilige Kuh.

Aktualisiert (Dienstag, den 22. Juni 2010 um 10:21 Uhr)